In Zahnmedizin & Zahnheilkunde

Zahnfleischbluten beim Putzen, gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch – das sind Alarmzeichen, die jeder Patient erst nehmen sollte! Eine anfängliche Zahnfleischentzündung (Gingivitis) kann zu einer fortschreitenden Zahnbettentzündung (Parodontitis) führen, welche einen nachweisbaren Einfuss auf Entzündungen im ganzen Körper haben kann. Gerade rheumatische Erkrankungen gehen mit entzündlichen Prozessen einher – es findet also eine wechselseitige Beeinflussung und Verstärkung beider Erkrankungen statt. Die Zahnärzte Hans-Peter Beyer und Dr. Ron Tehsmer der Praxisgemeinschaft Cityzahn können über diese Zusammenhänge aufklären und Ihnen Tipps zur Verbesserung der Mundhygiene und damit zur Reduzierung sowohl der Zahnfleischentzündungen als auch der Rheumasymptomatik geben.

Immunsystem ist von zentraler Bedeutung

Parodontitis und Rheuma haben durch ihre entzündliche Komponente einen großen Einfluss auf das Immunsystem. Die genauen Zusammenhänge beider Krankheiten werden derzeit erforscht, wobei bereits jetzt durch Studien belegt ist, dass eine konsequente Behandlung der Parodontitis eine deutliche Reduzierung der Entzündungsmarker und der Krankheitsaktivität bei Rheumapatienten zur Folge hat. Nachgewiesen wurde bereits, dass ein Keim aus Zahnfleischtaschen (das Bakterium Porphyromonas gingivales) durch die reduzierte Leistung des Immunsystems über die Blutbahn in Finger- und Kniegelenke gelangen kann!

Rheumapatienten brauchen besonders intensive Zahnpflege

Durch die wechselseitige Beeinflussung beider Krankheiten via Schwächung des Immunsystems ist es gerade für Rheumapatienten besonders wichtig, sich um eine gründlichste Mundhygiene und ein möglichst entzündungsfreies Zahnfleisch zu bemühen. Studien haben aufgezeigt, dass Patienten mit Rheuma etwa acht mal häufiger eine Parodontitis aufweisen als gesunde Patienten, also eine ganz klare Neigung zu Zahnfleischproblemen haben. Bei fortgeschrittenem Rheuma wiederum können nicht nur schmerzende Hand- und Fingergelenke das Zähneputzen zur Tortur machen, sondern durch Entzündungsprozesse auch die Kiefergelenksköpfchen angegriffen werden, sodass die Mundöffnung zunehmend schmerzhaft und eingeschränkt wird und aus diesem Grund eine perfekte Zahnreinigung erheblich erschwert wird. Ihre Zahnärzte Hans-Peter Beyer und Dr. Ron Tehsmer beraten Sie – gemeinsam mit dem Prophylaxeteam – gern zu Putztechniken, Zahnzwischenraumhygiene, elektrischen Zahnbürsten und weiteren Hilfsmitteln für die häusliche Zahnpflege.

Parodontitis erhöht Herzinfarktrisiko

Seit einigen Jahren ist ebenfalls bekannt, dass eine Parodontitis kein lokales, auf die Mundhöhle begrenztes Geschehen ist, sondern auch ein erhöhtes Risiko für lebensbedrohliche Krankheiten wie Arteriosklerose, Herzinfarkt und Schlaganfall darstellt. Ebenso beeindruckend ist der klar nachweisbare negative Einfluss von Risikofaktoren wie Stress, Alkohol- und Nikotinabusus, Mangelernährung und Übergewicht auf die Gesundheit des Zahnfleisches. Hier lassen sich bereits mit einer bewussteren Lebensführung recht schnell Verbesserungen der Mundgesundheit und einer möglicherweise vorhandenen Rheumaerkrankung erzielen und obendrein eine Senkung der Wahrscheinlichkeit kardiovakulärer Krankheiten erreichen.