In Zahnmedizin & Zahnheilkunde

Die Tatsache, dass zu viel Zucker dauerhaft nicht nur unseren Zähnen schadet und zu Karies führt, sondern bei übermäßigem Konsum verschiedene Krankheiten hervorrufen kann, ist jedem bekannt. Das daraus resultierende Übergewicht bis hin zur Fettleibigkeit geht mit zahlreichen Begleit- und Folgeerkrankungen einher, darunter Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselerkrankungen mit Schwächung der Leber, Herz-Kreislauferkrankungen oder auch degenerative Gelenkerkrankungen. Somit beschäftigt das Thema „Zucker“ neben dem Zahnarzt auch weitere medizinische Fachbereiche. 

So viel Zucker pro Tag darf’s sein

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, die Deutsche Adipositas-Gesellschaft und die Deutsche Diabetes Gesellschaft haben basierend auf Studienergebnissen eine Obergrenze des täglichen Zuckerkonsums von 50 Gramm festgelegt. Dabei ist nicht relevant, in welcher Form sich der Zucker befindet. Der Gesamtenergiebedarf sollte maximal zu 10 Prozent aus Zucker gedeckt werden. Dieser Grenzwert wird gegenwärtig von den in Deutschland lebenden Menschen stark überschritten – bei Kindern und Jugendlichen sogar um bis zu 75 Prozent.

Süße Alternativen, die Kalorien sparen und Zähne schützen

Zuckeralternativen sind mittlerweile auf dem Vormarsch. Synthetische Süßstoffe sind sicherlich am bekanntesten, aber es gibt noch weitere Produkte, die dem Geschmack von Zucker deutlich näherkommen und sich zunehmend großer Beliebtheit erfreuen.

Studien zufolge eignen sich Zuckeralkohole (sogenannte Zuckeraustauschstoffe) wie Erythrit oder Xylit am besten als gesunder Zuckerersatz und machen nebenbei auch noch den Zahnarzt glücklich. Denn diese fördern nebenbei auch die Zahngesundheit, indem die Anzahl von Streptococcus mutans, einem Bakterium, das maßgeblich für die Entstehung von Karies verantwortlich ist, im Speichel und auf den Zahnoberflächen verringert wird. Auch die Säuren, die diese Bakterien produzieren und den Zahnschmelz angreifen, werden zum Teil neutralisiert. Daher schreibt man den Zuckeraustauschstoffen eine zahnschützende und sogenannte antikariogene Wirkung zu.  

Erythrit (auch Erythritol) wurde bereits im 19. Jahrhundert in Schottland entdeckt. Chemisch betrachtet handelt es sich im einen sogenannten Zuckeralkohol, eine Verbindung, die süß schmeckt und auch in natürlicher Form vorkommen kann. Die Süßkraft ist nur um ein Viertel geringer als die vom Haushaltszucker (Saccharose). Bei ihm hat man den Referenzwert für die Stärke der Süße mit 1 festgelegt. Bei Erythrit beträgt sie demnach 0,75. Der Energiegehalt beträgt beim Haushaltszucker 4kcal pro Gramm, bei Erythrit hingegen nur 0,2 kcal pro Gramm.

Xylitol – auch als Xylit oder Pentanpentol bekannt – ist ein natürlich vorkommender Zuckeralkohol, der sowohl in Pflanzen (Birkenzucker) als auch im Menschen innerhalb des Zuckerstoffwechsels gebildet werden kann. Die Süßkraft entspricht ungefähr der des Haushaltszuckers bei einem halben Energiegehalt von 2,4 kcal pro Gramm. Auch Xylit spricht man eine karieshemmende Wirkung zu.

Bedenkenlos naschen?

Eine Einschränkung beim Verzehr der Zuckeraustauschstoffe ist die erschwerte Verdaulichkeit, sodass ein übermäßiger Verzehr abführend wirken kann. Lebensmittel, die mehr als zehn Prozent eines Zuckeraustauschstoffes enthalten, müssen daher mit einem entsprechenden Hinweis gekennzeichnet sein. Der Deutschen Apothekerzeitung zufolge sind Erythrit und Xylit jedoch am verträglichsten.

Auch interessant: Die Aktion Zahnfreundlich e.V. vergibt das sogenannte „Zahnmännchen-Siegel  für Produkte und Lebensmittel, die nach strengen Kriterien die Zähne weder durch Zucker oder einen hohen Säureanteil schädigen. 

Wenn Sie unsicher sind, mehr Informationen wünschen oder eine Karies vermuten, kontaktieren Sie gerne unsere Zahnarztpraxis CityZahn.de in Hamburg und vereinbaren Sie gleich einen Termin mit Ihrer Zahnärztin oder Ihrem Zahnarzt. 

© Zahnärztin Katharina Hemfort